Lange Straße 99


Es ist ein kleines Haus, zurückhaltend und in der Nähe des früheren Oberen Tores. Das Fachwerk ist auf den ersten Blick nicht sichtbar, eine übliche Bauweise in der Epoche des Klassizismus. Das Haus “imitierte” mit seinen Putzflächen den Charakter von Steinhäusern Seit 1836 lebte und arbeitete hier Buchbindemeister Ernst Kessler. Über ihn schrieb Stadtchronist Gustav Blume 1925: „Seine Werkstatt lag tief und man konnte vom Fußsteig aus den fleißigen Bürger bis in sein hohes Alter stets bei der Arbeit sehen.“
Die Altersbestimmung des Gebäudes Lange Straße 99 ist anhand der Straßenansicht schwierig. Vier sichtbare Balkenköpfe deuten an, dass auf diesen der Dachstuhl eines Satteldaches ruhte, bevor eine weitere, dritte Etage aufgestockt wurde. Mit Gesimsen wurde die Fassadengestaltung aufgelockert. Daraus könnte sich ein hohes Alter des Hauses abzeichnen. Die Proportionen und Geschosshöhen wirken leicht kopflastig, denn in der Regel „wuchs“ das Niveau der Straße durch Baumaßnahmen und das Eingangsgeschoss musste auf die jetzige Straßenhöhe angehoben werden.




