Rotunde


Ihr Name ist Programm: die Rotunde. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „die Runde“ oder auch „Kugel“. Als vorgelagerte Bastion mit einem neuen Stadttor und einem weiteren Wehrturm im Jahr 1500 errichtet, war der Rundbau ein wirklicher Trumpf. Die Kreisform bietet physikalische Vorteile, trotzt Umwelteinflüssen besser und schützt optimal vor Angriffen. Steine und Kanonenkugeln prallen von runden Mauern besser ab, statt sie einzureißen. Und offenbar widersteht sie auch der Zeit. Das Stadttor wird 1776 wegen des Baus einer Chaussee abgerissen, der Wehrturm 1847 abgebrochen. Nur die Rotunde hat überlebt, wenn sie auch unter anderem als Remise für den Totenwagen genutzt wurde.
Mittlerweile ist sie zu einem schmerzlichen Gedenkort geworden. Das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges ist dort angebracht sowie das Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
In den Jahren 1985/86 wurde die Rotunde von der Stadt Hann. Münden von Grund auf saniert mit einem neuen Kegeldach in Eichenholz und Naturschiefereindeckung. Ein Teil der ursprünglichen Verbindungsmauern zum alten Tor wurde rekonstruiert.
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