Obere Neustadt 28

Dieser und der parallel verlaufende Straßenzug irritieren durch die Bezeichnung „Neustadt“, denn beide wurden bereits um 1238 angelegt, separat zur bestehenden „Altstadt“. Die seit den 1230er Jahren bestehende Stadtmauer wurde aus Sicherheitsgründen gegen 1330 auch um die Neustadt samt Kloster herum erweitert. Dieser Stadtbereich war lange Zeit „dörflich“ gehalten, denn hier wohnten keine Kaufleute wie z. B. Am Schilde, sondern hauptsächliche Ackerbürger, es gab Schmieden und dgl. Die Obere Neustadt begann und beginnt noch am damals abgegrenzten Klosterbereich, heute Einfahrt zum „Burgfrieden“, und mündete auf einem Marktplatz für Viktualien bzw. mit Feuerlöschteichen und dem ersten „Feuerwehrgerätehaus“ aus dem 18. Jhdt. („Spritzenhausplatz“). Mittendrin zweigte eine Gasse ab – heute Krankenhausgasse -, die zur Scharfrichterei an der Stadtmauer führte.

     Die Ersterwähnungen von Häusern bzw. Hausbesitzern gehen heute zurück ins 16. Jhdt. Beim Haus Nr. 28 war dies 1568 Veit Storck. 1826 hab es einen Brand, der mehrere Häuser zerstörte, so auch dieses. Der Eigentümer, Zeugmacher Carl Gottlieb Adam, ließ das Haus neu aufbauen: ein zweigeschossiger, zweistöckiger Fachwerkbau auf mittelhohem Sockel, mit ursprünglich zwei Dachhäuschen. Diese sind inzwischen durch Schleppgaupen ersetzt. 1852 ist Eigentümer Zeugmacher Carl Gottlob Adam jun., 1858 Fabrikarbeiter Joh. Georg Friedr. Lange. Ab jetzt ist Hausbesitzer eine Familie Müller:  1865 ist es Zeugmachermeister August Müller. Um 1900 wird es genannt als Wohn- und Reihehaus mit Stall und Scheune, und ist 1901 im Besitz von Webermeister / Fabrikarbeiter Wilhelm Müller (mit vier Mit-Eigentümern). 1929 folgte Kaufmann Wilhelm Müller mit einer Manufakturenhandlung; 1935 ist es seine Witwe. 1937 hat Kaufmann Wilhelm Müller zwei Fenster im Erdgeschoss ersetzt durch Schaufenster und den Hauseingang umgebaut. 1969 gehört es dessen Witwe mit zwei Mit-Eigentümern. Anbau und Hinterhaus wurden teilweise zu Wohnzwecken umgebaut.

Text: Heike Grobis

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