Museum im Ritterhaus
Textquellen: Stadtarchiv Osterode · Textfassung: Heike Grobis · Fotos: Daniel Li

Dieses Gebäude (Eckhaus zu Unterer Neustadt) wird errichtet nach dem 30-jährigen Krieg, etwa gegen 1650, und ist seinerzeit etwas kleiner. Bauherr ist Amtmann Tiemann. Im 18. Jh. wird das Haus durch Anbauten vergrößert. Dieses Gebäude besitzt mehrere Besonderheiten; nicht nur die große Schnitzfigur („Ritter“) an der Ecke, die dem Haus seinen Beinamen gibt. Dieser „Ritter“ wurde lange gedeutet als Allegorie des Gottes Mars / Merkur, der das Haus vor Krieg und Feuer bewahren solle. Seit einiger Zeit wird die alte Vermutung aufgegriffen, es handele sich um einen Roland mit gezogenem Schwert, Symbol der Hals-Gerichtsbarkeit, gehöre ursprünglich zum Rathaus mit dem Gericht (vgl. Altes Rathaus) und sei erst später am Haus angebracht worden. Die Maske unter der Konsole deutet man als „Abwehrzauber“ gegen alles Böse. Weitere Besonderheiten zeigt das Fachwerk: im 2. OG sog. Feuerböcke, Andreaskreuze mit gebogenen Armen; im Giebelgeschoss die Variation „Türkenkreuz“ bzw. „Bauerntanz“. Tür samt Umrahmung und Oberlicht zeigen Rokoko-Motive.

Das Gebäude, das viele unterschiedliche Bewohner hatte, zwischendurch eine Zigarrenfabrik beherbergte und in den 1920er Jahren ein städtisches Mietshaus wurde, besitzt noch viele historische Erinnerungen an die Erbauungszeit: eiserne Kellertür im Dielenbereich, Küchenkamin, Heizkamine im Zwischengeschoss, einen altdeutschen Festsaal mit Originalbestandteilen usw. 1936 wird hier das Museum eröffnet, und bis auf kurzzeitige Unterbrechungen dient es bis heute diesem Zweck. Wobei auch ein Museum mit der Zeit gehen kann – seit Jahren schon finden hier im Fachwerk-Innenhof oder dem sog. Rittersaal Trauungen statt.

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